Kleine Geschichten für das Monheimer Rathaus: Übrig gebliebene Lebensmittel werden weggeschmissen – Ein Skandal in unser überregulierten Welt (Folge 2)

16 Mar 2016

Am 29. November 2015 organisierte der Baumberger Bürgerverein sein traditionelles Offenes Adventssingen im Bürgerhaus. Zwei Stunden traditionelles Singen von Weihnachtsliedern sowie weihnachtliche Beiträge der Winrich-von-Kniprode-Schule. Und dazu: Kuchen auf den Kuchenblech, am gleichen Tag frisch gebacken von der Bäckerei Busch in Baumberg: Himbeerkuchen, Donauwellen, Apfelkuchen. Frisch, professionell zubereitet, entsprechend auf dem an den Seiten geschlossenen Kuchenblech präsentiert, lecker und mehr als ins Auge stechend. Einfach super!
Der BAB stiftet diesen Kuchen, dazu natürlich Kaffee und Kakao, den Besuchern als Dankeschön für ihr Kommen und ihr Mitmachen. Wenn wir diesen Kuchen bestellen, wissen wir nicht, wie viele Besucher kommen. Deshalb bestellen wir lieber ein wenig mehr, als ein wenig zu wenig. Das ist sicherlich normal. Meistens bleiben dann einige Stücke von diesem herrlichen Kuchen übrig. So auch in diesem Jahr. So etwa 70 Stücke Kuchen. Nicht so ganz wenig! Die Frage taucht dann schnell auf: Was machen wir damit?
In früheren Jahren überhaupt kein Problem: Wir haben den übrig gebliebenen Kuchen dem Peter-Hofer-Haus gebracht. Die haben sich darüber sehr gefreut, die Bewohner haben den Kuchen sehr gerne gegessen. Seit einigen Jahren schon geht das leider nicht mehr. Es ist den Seniorenheimen untersagt, „Kuchen von außen“ anzunehmen. Anderen öffentlichen Institutionen und Organisationen selbstverständlich auch. Wieder ein Beispiel der Reglementierungswut öffentlich-staatlicher Gebote und Verbote. Soweit, so gut.
Dieses Jahr haben wir dann versucht, den übrig gebliebenen Kuchen den in Monheim und Baumberg betreuten Flüchtlingen zu schenken. Keine Chance! Die Stadt Monheim, sicherlich auch durch übergeordnete Gesetzesvorschriften davon angehalten, erlaubt das nicht oder positiv ausgedrückt: Darf das nicht erlauben.
Konsequenz: Wir nehmen selber mit nach Hause, was wir die nächsten Tage essen können und der Rest des Kuchens wird entsorgt, oder direkter ausgedrückt: Wird weggeschmissen, landet in der Mülltonne! Ein Skandal in einer Zeit, wo Milliarden von Menschen in dieser Welt nicht genug zum Essen haben und hungern.
Wir wissen aus vielen Gesprächen, dass unser Beispiel kein Einzelfall ist –überall dort, wo gefeiert wird und Zusammenkünfte stattfinden, landen frische und aktuelle Lebensmittel systematisch auf der Müllhalde! Der gesunde Menschenverstand schreit laut los, er wird einfach nicht mehr gefragt. Blind und ohne nachzudenken wird staatlich überzogenen Regulatorien gefolgt!
Fazit: Gebote und Verbote sind absolut notwendig, keine Frage! Die Politik wäre manchmal allerdings dennoch gut beraten, Ausnahmen zuzulassen und den oft beschriebenen gesunden Menschenverstand einzusetzen. Das würde allerdings bedeuten, individuell zu Gunsten der Menschen zu entscheiden, ein kalkulierbares Risiko einzugehen und den notwendigen Mut hierzu aufzubringen.

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